Das Projekt

„Was soll Architektur?“ ist eine aktuell häufig gestellte Frage. Kann sie ein Bundesland stärken? Kann sie es repräsentieren?

Foto Bernhard Friese

In Rheinland-Pfalz besaß Architektur einst die Tradition, ein regionales Bewusstsein zu vermitteln. Schon die Staufer nutzten im 12. Jahrhundert spezifisches architektonisches Formenvokabular, um ihren politischen Einflussbereich für jedermann erkenntlich abzugrenzen. Heute gehören ihre zahlreichen Kirchen und Burgen zum kulturellen Erbe und sind Teil des Kulturtourismus. Das Rheinland-Pfalz Projekt knüpft an diese Tradition einer repräsentativen Architektur an, erweitert den historischen um einen zeitgenössischen Architekturtourismus und entwickelt ein zukünftiges architektonisches Bild für Rheinland-Pfalz.
Doch wie lässt sich in unserer heutigen Zeit Qualität einer gestalteten Umwelt erhalten und fortführen, wie ein gebautes Netzwerk generieren? Was heißt es heute, regional zu bauen? Kann Architektur überhaupt „Heimat“ bedeuten?
Das Projekt Rheinland-Pfalz spürt diesen Fragen nach. Potentiale werden herausgearbeitet und gestärkt. Aktuelle Probleme wie Schrumpfung der Städte und Dörfer, gerade im ländlichen Raum, stehen dabei im Mittelpunkt. An allen Architekturfakultäten des Landes entwickeln Studenten gestalterische Lösungsansätze, die Ortskerne verdichten und Demografie als Chance wahrnehmen. Der für Rheinland-Pfalz typische sanfte Tourismus wird architektonisch unterstützt. Baulücken werden geschlossen, Leerstände umgenutzt. Städte und Dörfer erhalten ein repräsentatives Äußeres und Rheinland-Pfalz ein architektonisches Bild, das weit über seine Landesgrenzen hinaus
strahlt. Die studentischen Antworten sind vielfältig, werfen neue Fragen auf und sollen zum
Weiterdenken anregen.